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Die Lange Nacht der Wissenschaften

Geschworenengericht trifft Schöffengericht (Prof. Dr. Christoph Safferling, LL.M.)

Gemeinsam mit dem Oberlandesgericht Nürnberg und einer hier stationierten amerikanischen Militärstaatsanwaltschaft wird der Lehrstuhl in Nürnberg den Ablauf eines Strafverfahrens nach deutschem und amerikanischem Recht vorstellen. Im historischen Schwurgerichtssaal 600, in dem schon in den Nürnberger Prozessen immer wieder deutlich wurde, wie sehr die Vorstellungen davon, wie ein Strafverfahren funktioniert, und sogar davon, was es erreichen kann und soll, in den beiden Rechtssystemen auseinandergehen, werden wir in einstündigen interaktiven Vorführungen anhand eines Beispielfalles die Besucher mit den beiden Rechtssystemen vertraut machen.

Sie werden hier einiges sehen und hören über Institutionen, die Ihnen aus Filmen und Büchern bekannt sind, jedoch machen wir es uns zur Aufgabe, Fiktion und Wirklichkeit zu trennen. Was genau ist ein Kreuzverhör und was tut eine Jury eigentlich wirklich? Liegt auf der Richterbank ein Hammer, trägt gar jemand eine Perücke? Nutzen Sie die Gelegenheit, nicht nur den Experten aus Praxis und Wissenschaft Ihre Fragen zu stellen, sondern auch den Schwurgerichtssaal selbst zu erleben – in einer internationalen Atmosphäre, geprägt vom Zusammentreffen zweier grundverschiedener und doch verwandter Rechtssysteme.

Die Ausstellung im Memorium Nürnberger Prozesse, das sich im Obergeschoss des Gebäudes, direkt über dem Schwurgerichtssaal, befindet, ist für Sie geöffnet und bietet die Möglichkeit, mehr über die Nürnberger Prozesse und die Entwicklung des internationalen Strafrechts bis hin zur Schaffung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag zu erfahren. Zwischen den Vorführungen im Schwurgerichtssaal werden Führungen durch das Memorium angeboten.

Um das deutsche Strafverfahren wird es von 18.30 bis 19.30 Uhr sowie von 20.30 bis 21.30 Uhr gehen. Den amerikanischen Strafprozess stellen wir Ihnen von 19.45 bis 20.45 Uhr und noch einmal von 22.45 bis 23.45 Uhr vor.

Die U-Bahn Haltestelle Bärenschanze ist keine fünf Gehminuten entfernt, vor dem Oberlandesgericht finden Sie zu dem Parkplätze.

 

Das Erbe von Nürnberg (Dipl-Pol. Michaela Lissowsky)

Welche Auswirkungen hatte der Nürnberger Prozess auf das Internationale Völkerstrafrecht? Auch nach 1945 wurden Menschenrechte verletzt und Kriege geführt. In vielen Fällen erfolgte keine Anklageerhebung gegen die Verantwortlichen. Erst nach dem Ende des Kalten Krieges in den Jahren 1993 und 1994 konnte der UN-Sicherheitsrat erneut internationale Strafgerichtshöfe einsetzen, die Verantwortliche für Verbrechen in den Jugoslawien-Kriegen und im Bürgerkrieg in Ruanda vor Gericht stellten. 1998 schließlich wurde in Rom die Vertragsgrundlage für einen permanenten Internationalen Strafgerichtshof unterzeichnet, der 2002 seine Arbeit in Den Haag aufnahm und in diesem Jahr seit fünfzehn Jahren tätig ist. Nicht alle Staaten sind Mitgliedstaaten des Internationalen Strafgerichtshofes. Michaela Lissowsky, Dipl.-Pol. der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen, erklärt die Auswirkungen der Nürnberger Prozesse auf die Entwicklung des Völkerstrafrechts.

Führung, 20:00 Uhr, 23:00 Uhr, Dauer: je 30 Min., max. Besucher: 30, 3. Stock, Ausstellung

 

 

Darknet, Bitcoins und Underground Economy (Dr. Christian Rückert)

Dr. Christian Rückert wird in seinem Vortrag über das Darknet und die Underground Economy die „dunkle Seite“ des Internets für Sie erleuchten. Neben der Erläuterung der technischen Grundlagen des Darknets und des dort bevorzugten Zahlungsmittels der virtuellen Kryptowährungen, steht das Spannungsverhältnis zwischen effektiver Strafverfolgung im Internet und dem „Recht auf Anonymität“ im Zentrum der Ausführungen.

Es erwartet Sie eine Reise in die „neue Welt“ des Darknet und der virtuellen Kryptowährungen, in denen die Anonymität der Nutzer gleichsam kriminelle Machenschaften und Freiheitskampf gegen autokratische Systeme ermöglicht. Die gleiche Technologie, die es Cyber-Dealern ermöglicht, Drogen und Waffen im großen Stil weitgehend anonym an ihre Kunden zu verkaufen, ist unverzichtbares Werkzeug für Journalisten und Widerstandskämpfer in Nordkorea, China und der Türkei.

Wie reagieren das Strafrecht und die Strafverfolgungsbehörden auf solche neuen Technologien? Sind unsere Cyber-Cops auf die neue Bedrohungslage vorbereitet? Haben Internetnutzer ein „Recht auf Anonymität“? Und was haben eigentlich Alice, Bob und eine Zwiebel mit dem Ganzen zu tun? Antworten auf diese und weitere Fragen bekommen Sie um 21.00 Uhr im Juridicum (Schillerstraße 1, 91054 Erlangen) im Erdgeschoss der „Lernbrücke“ (diese Räumlichkeiten finden Sie gleich hinter der Pforte im Eingangsbereich des Juridicums).

 

Gangsta-Rap, Strafrecht und Kunstfreiheit (Dr. Mustafa Oglakcioglu und Dr. Christian Rückert)

Der sogenannte Gangsta-Rap ist nicht nur ein Musik-Genre. Er ist vielmehr Teil und Ausdruck der modernen Jugendkultur. Sein Einfluss auf junge Menschen und seine gesellschaftliche Bedeutung steigen stetig. Gleichzeitig bedienen sich Künstler wie Bushido, Farid Bang und Kollegah homophoben, frauenfeindlichen und kriminalitäts- und gewaltverherrlichenden Texten als Stilmittel ihrer Kunstform. Mit diesen Texten muss sich auch das Strafrecht beschäftigen: Der Rapper Bushido wurde 2015 der Beleidigung und Volksverhetzung beschuldigt – und freigesprochen. Das Landgericht Berlin war der Auffassung, die Kunstfreiheit erlaube die Verwendung der damals in Rede stehenden Passagen in einem Songtext. Doch wo verläuft hier die Grenze?

Dr. Mustafa Oglakcioglu und Dr. Christian Rückert widmen sich der Frage, wie weit die Kunstform des Gangsta-Rap gehen darf und ab wann das Strafrecht Einhalt gebieten muss. Der Vortrag entführt Sie in die Subkultur des Gangsta-Rap und lotet die Grenzen der Kunstfreiheit aus. Die Referenten nehmen dabei anhand von Hörproben und Video-Schnipseln eine „Live-Subsumtion“ unter Straftatbestände vor und erläutern die strafrechtliche Einordnung des Phänomens „Gangsta Rap“.

Der Vortrag beginnt um 23.00 Uhr im Juridicum (Schillerstraße 1, 91054 Erlangen) im ersten Stockwerk in Raum JDC 1.282 und dauert 45 Minuten.

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Nuremberg Moot Court

Nuremberg Moot Court - Final 2017

StPO - Planspiel

Strafprozessrecht – in action

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